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Ein widerstandsfähiger Baum
Die Natur ist wirklich meisterhaft! Manche Bäume haben spektakuläre Abwehrmechanismen entwickelt, um in feindlichen Umgebungen zu überleben.
Die Araukarie (Araucaria araucana) – heimisch in den Anden – ist unverkennbar an ihren mit starren, stacheligen Schuppen bedeckten Ästen. Diese überlappenden Blätter bilden eine natürliche Rüstung gegen Pflanzenfresser, sind aber auch eine perfekte Anpassung an die extremen Bedingungen der Anden: intensive Kälte, Trockenheit, starke Winde. Ihre Abstammungslinie reicht mehr als 200 Millionen Jahre zurück, und manche Exemplare werden über 1.000 Jahre alt. Ihre sehr dicke Rinde ermöglicht es ihr sogar, Waldbrände zu überstehen.
Auch die Amerikanische Gleditschie (Gleditsia triacanthos) – ursprünglich aus Nordamerika stammend – setzt auf Abschreckung: Ihre robusten Dornen, die oft zu dritt angeordnet sind – daher ihr lateinischer Name triacanthos –, können über 20 Zentimeter lang werden. Sie schmücken sowohl den Stamm als auch die Äste und bilden einen furchterregenden Schutzwall. Einige Wissenschaftler vermuten, dass diese riesigen Dornen ursprünglich als Verteidigung gegen heute ausgestorbene große Pflanzenfresser dienten. Trotz seines bedrohlichen Aussehens erweist er sich als bemerkenswert tolerant gegenüber kargen und trockenen Böden sowie gegenüber städtischer Umweltverschmutzung. In Städten findet man in der Regel stachellose Sorten der Gleditschie wie die Gleditsia triacanthos ‘Inermis’. Inermis bedeutet auf Lateinisch „waffenlos“.
Der Ginkgo (Ginkgo biloba) – ursprünglich aus China stammend – ist ebenfalls ein Überlebender aus der Urzeit. Er tauchte vor über 200 Millionen Jahren auf und ist einer der ältesten Bäume der Erde. Seine Widerstandsfähigkeit ist legendär: Er widersteht Krankheiten, Insekten, Umweltverschmutzung … und angeblich sogar nuklearen Katastrophen. Im Herbst färbt sich sein Laub in ein leuchtendes Gold, das die Spazierwege erhellt. Er wurde Mitte des 18. Jahrhunderts in Europa eingeführt und ist eine zweihäusige Art mit getrennten männlichen und weiblichen Bäumen. Der weibliche Ginkgo produziert Eizellen, die im reifen Zustand Mirabellen ähneln, d. h. einen von gelblichem Fruchtfleisch umgebenen Samen, der jedoch einen sehr unangenehmen Geruch verströmt, wenn man ihn zerdrückt.
Da der Ginkgo keine Schale zum Schutz seines Samens entwickelt hat, hält dieser abstossende Geruch viele Tiere und Insekten davon ab, den Samen zu fressen, bevor er reif ist. Dies ist eine der Strategien der Art, um ihr Überleben zu sichern.
Die in den Eizellen enthaltenen Samen sind dennoch schmackhaft, ob geröstet oder gekocht. Sie sind in Asien sehr beliebt, wo sie insbesondere bei Hochzeiten verwendet werden, da der Ginkgo in dieser Region der Welt auch eine symbolische und heilige Funktion hat.
Wusstest du das? Die Araukarie wird auch „Affenpuzzle“ genannt – denn selbst ein geschickter Primat würde es nicht wagen, ihre mit Stacheln übersäten Äste zu erklimmen! Als die Engländer die Araukarie entdeckten, nannten sie sie „Monkey Puzzle“, um darauf hinzuweisen, wie schwierig es für einen Affen wäre, einen Weg zu finden, auf diesen Baum zu klettern. Was die Geschichte betrifft, so soll der Ginkgo biloba die Atombombe von Hiroshima im Jahr 1945 überlebt haben: Obwohl sie durch die Explosion stark beschädigt wurden, trieben einige Exemplare bereits im folgenden Jahr wieder aus. Musikalisch gesehen sind die Früchte der amerikanischen Robinie lange, gewundene, bräunlich-violette Hülsen von einigen Dutzend Zentimetern Länge, die Dutzende von Samen enthalten, die Kaffeebohnen ähneln. Diese wellenförmigen Hülsen fallen im Winter zu Boden und können Musik machen, wenn man sie mit den Händen schüttelt. Man versteht besser, warum manche Menschen dem amerikanischen Johannisbrotbaum den Spitznamen „Maracas-Baum“ geben!