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02.05.2026 - 30.05.2026


Eine Auseinandersetzung mit der Körperbildhauerei
Haut der Seele
Auf einem Lebensweg wie dem meinen sehe ich mehrere Leben, die sich dort entfalten, ihre Spuren hinterlassen, miteinander verweben und vermischen. Es gibt jedoch einen roten Faden, einen wesentlichen und spürbaren, der sie tiefgreifend durchzieht: die Suche nach der Schönheit.
Zunächst war ich empfänglich für die Schönheit des Körpers, die des Neugeborenen in der Vollkommenheit der Schöpfung. Dann allgemein für die Schönheit der Körper, mit jener intimeren Schönheit, die sich in ihren Bewegungen und Kurven widerspiegelt, und dies ungeachtet von Alter, Krankheit oder Leid. Dieses Leben, das die Körper durchströmt und formt, hat mich schon immer berührt.
Seit meiner frühesten Kindheit bin ich von dieser Kunst durchdrungen, ohne mir dessen wirklich bewusst gewesen zu sein. Dennoch geprägt von dem, was mein Blick von den Werken großer Künstler erfassen konnte. Später hat mich mein Weg während meines Psychotherapie-Studiums, den ich im Rahmen der Kunsttherapie durchlaufen habe, dazu bewegt, meine Hände und Formen in die Materie zu bringen. So hat mich diese Erfahrung mit der Erde unauslöschlich geprägt.
Bei dieser Entdeckung der Bildhauerei gilt meine tiefe Dankbarkeit vor allem Christine Demière, die mich bei meinen ersten Schritten, meinen Zweifeln und meinem Werdegang begleitet hat… Sie hat mir ihren Blick und ihre Großherzigkeit geschenkt. Mein Dank gilt auch Diane Olivieri, die uns leider verlassen hat. Sie hat mir so viel von sich gegeben und mich in der Kunst angeleitet, indem sie mir diesen Schatz der Kraft des Blicks vermittelte, der die Materie durchdringt, zwischen Licht und Schatten. Ich bin den „Wächtern“ dankbar, die mich auf diesem Weg unterstützt haben.
Ich habe diesen Prozess durchlaufen, der dem Körper und seiner Seele so nahe ist. Es ist eine Reifung, die man erlebt, eine Verwandlung auf einem Weg der Innerlichkeit.
Es ist diese Schönheit, die ich suche, und zu ihr hin wandere ich. Meine Hände offenbaren, manchmal ohne es zu wissen, was im Innersten gesucht, gedacht, schlummert oder geträumt wird.
Also… Peau d’âme zeigt sich (s’ex-peau-ose!)
„Kunst ist die Natur im Zeitraffer und Gott in Zeitlupe.“ (Malcolm de Chazal).
Ich liebe diese Erde, diesen Ton… Dieser Lehm ist mein „Schlamm“, der spricht und meine Seelenhaut formt.
Indem ich sie forme, erlebe ich den Geist der Materie und stelle mich meiner eigenen Grösse.
„Die Hand denkt und schließt einen Bund mit dem Geist und der Materie“, sagt der Dichter.
Es ist ein Weg durch die Zeit, jenseits der Zeit und zugleich in der Zeit; es ist auch ein „Kampf“ mit dieser Erde, sie zu graben, sie manchmal zu verletzen, sie zu kneten, sie zu streicheln … von ihr zu träumen.
Es ist eine anspruchsvolle Konfrontation mit mir selbst.
Ob mit Freude oder Angst, bringe ich dann diese Form oder Silhouette zur Welt, die ich schon lange tief in mir trage. Es sind ihre Falten, ihre Runzeln, ihre Kanten oder ihre Kurven, die sie in Bewegung versetzen. Sie lassen ihre Seele hervortreten. Eine solche Geburt braucht Zeit!
Und so… zeigt sich „Peau d’âme“.
„Die Kunst ist ein geheimnisvoller Hirte, der barfuß geht.“ (Victor Hugo)
Anita Lenoir
Vernissage am Samstag, den 2. Mai 2026, ab 15 Uhr, mit einer Märchenerzählung und einem musikalischen Beitrag
Eintritt frei
