Um Ihnen das beste Web-Erlebnis bieten zu können, verwenden wir in Übereinstimmung mit unseren Datenschutzbestimmungen Cookies und Tracking-Technologien. Mehr anzeigen
Nutzung durch den Menschen
Bäume sind nicht nur schön anzusehen: Seit Jahrhunderten nutzen die Menschen ihre bemerkenswerten Eigenschaften, um sich zu heilen, zu ernähren, zu waschen und sogar … ihre Triebe zu zügeln!
Die Chinesische Seifenbaum (Koelreuteria paniculata) – ursprünglich aus China und Korea stammend – verdankt ihren Volksnamen dem in ihrer Rinde und ihren Früchten enthaltenen Saponin – einer natürlich schäumenden Substanz, die früher als Seife verwendet wurde. Ihre Blätter färben sich im Herbst gelb oder orange. Ihre aufrechten, 30 bis 40 cm langen gelben Blütenstände entwickeln sich zu Früchten in Form kleiner grüner, später brauner Kapseln, die jeweils drei schwarze Samen enthalten. Heute macht die Trockenheits- und Schadstoffresistenz dieses bis zu 15 Meter hohen Baumes ihn zu einem wertvollen Verbündeten für städtische Bepflanzungen. Als Färbemittel liefert der Seifenbaum dank seiner Blätter ein dunkles Blau und dank seiner Blüten ein Gelb.
Der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) – der aus dem Mittelmeerraum stammt – ist ein Strauch mit einer Geschichte, die gelinde gesagt überraschend ist! Sein Spitzname – „Mönchspfeffer“ – fasst seine Hauptverwendung im Mittelalter treffend zusammen: Seine Beeren, die von einigen Geistlichen verzehrt wurden, galten als Mittel, um die Lüste zu zügeln und das Keuschheitsgelübde einzuhalten. Sein lateinischer Name, der wörtlich „keusches Lamm“ bedeutet, spricht Bände über diesen Ruf! Seine Beeren dienten auch als Pfefferersatz und spielen noch heute eine anerkannte Rolle bei der Regulierung des weiblichen Hormonhaushalts.
Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) – ursprünglich aus dem Balkan stammend – ist einer der bekanntesten Bäume auf unseren Spaziergängen. Europäische Botaniker entdeckten im 16. Jahrhundert erstmals Rosskastaniensamen in Konstantinopel (dem heutigen Istanbul). Sie nahmen an, dass dieser bis dahin unbekannte Baum nur aus dem mythischen Indien stammen könne, wie es bei den meisten damals in dieser Stadt erhältlichen Waren der Fall war. Diese Baumart wurde daher fälschlicherweise als Rosskastanie bezeichnet, da sie tatsächlich in den Bergen Albaniens und Nordgriechenlands heimisch ist (die europäischen Botaniker entdeckten dies erst ein halbes Jahrhundert später).
Diese Baumart war die erste, die ab dem 16. Jahrhundert in großem Umfang die Plätze und Straßen europäischer Städte säumte. Zu dieser Zeit wirkten die öffentlichen Räume in den Stadtzentren sehr karg, und die meisten Einwohner, die vom Land stammten, sehnten sich eher nach Natur.
Weit verbreitet wegen ihres großzügigen Schattens, ihrer schönen weißen Blütenstände im Frühling und ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber Umweltverschmutzung, bedeutet ihr lateinischer Name, Hippocastanum, „Pferdekastanie“: Ihre Kastanien wurden in der Tiermedizin gegen Husten bei Pferden eingesetzt. Heute findet man sie in Apotheken in Präparaten zur Verbesserung der Durchblutung. Das in den Kastanien enthaltene Saponin hält Motten aus den Kleiderschränken fern.
Wussten Sie schon? Die schwarzen Samen des chinesischen Seifenbaums, die sehr hart und glänzend sind, wurden traditionell zur Herstellung von Halsketten und Rosenkränzen verwendet. In China pflanzte man ihn in der Nähe von Gräbern, damit seine gelben Blüten die Grabstätten mit einem Regen aus goldenen Blütenblättern bedeckten – daher auch sein Spitzname „Goldregenbaum“.
In Genf kündigt jedes Jahr eine offizielle Kastanie den Frühlingsanfang an. Ihre erste Knospe wird von den Einwohnern – und sogar von den Journalisten – aufmerksam beobachtet! Und wenn Sie auf der Suche nach einem natürlichen Glücksbringer sind: Der Tradition zufolge soll eine in die Tasche gesteckte Kastanie negative Energien abwehren.